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Bildschirme ersetzen keine Bücher

Die Wertschätzung von Büchern als Kommunikations- und Informationsinstrument ist im Vergleich zu den elektronischen Medien, also Fernsehen, CD-ROM und Internet, in den vergangenen Jahren zunächst gesunken und dann wieder gestiegen. Das liegt einerseits daran, dass der Faktor Zeit den Faktor Qualität zu ersetzen schien und dass Aktualität Vorrang vor der Beschreibung von Zusammenhängen und Wirkungsketten hatte. Andererseits wurde immer häufiger versucht, mit Büchern andere Medien nachzuahmen, weil man sich dadurch eine größere Akzeptanz versprach. Ein Rezept, das nicht funktionierte. Heute beginnt sich die Einstellung zu Zeit und Aktualität erneut zu wandeln. Bücher werden so eingesetzt, dass ihre Stärken zum Tragen kommen.

 

Unternehmen, Verbände und andere Institutionen sind oft enttäuscht, wenn sie ein Buch veröffentlicht haben. Es wird weder gekauft und – noch schlimmer – es wird nicht einmal gelesen. Das liegt in den meisten Fällen ganz einfach daran, dass man sich nicht bemühte, ein wirklich gutes Buch zu machen, das den inhaltlichen und gestalterischen Gesetzen des Mediums Buch folgt.

 

Viele Bücher sind katastrophale Misserfolge, weil sie von Werbeagenturen produziert wurden und deshalb wie werbliche Medien, wie Prospekte und Kataloge, aussehen und zu rezipieren sind. Der Inhalt und die Aussage treten zugunsten der Gestaltung vollkommen in den Hintergrund. Wer nichts zu sagen hat oder sich um eine klare Aussage drücken will, nimmt Bilder. Farbige Bilder und grafische Elemente ersetzen bei schlechten Büchern das, was ein Buch ausmacht, das nicht von vornherein als Bildband angelegt ist, nämlich Text und präzise Informationen. Selbst ein Gedichtband liefert präzise Informationen, nicht über physikalische oder gesellschaftliche Sachverhalte, sondern über Emotionen, Gedanken und Gefühle, die mit Bildern nicht zu fassen sind. Ein riesiger Fehler beim Büchermachen ist es, zu glauben, dass man das, was sich am exaktesten durch Worte ausdrücken lässt, lieber durch Gestaltungselemente zu vermitteln sucht. Ein Bild sagt nicht mehr als tausend Worte, sondern ein Bild lässt vieles offen, irrt und fälscht, wie wir in Deutschland gerade durch die berühmte "Wehrmachtsausstellung" sehen konnten. Bilder lügen mehr als sie erklären.

 

Ein weiterer riesiger Fehler besteht darin, zu glauben, dass man vor der Entscheidung steht, entweder einen Sachverhalt richtig und exakt darstellen zu können oder ihn interessant und sprachlich gut zu vermitteln. Erstaunlich viele Menschen nehmen an, dass sich "richtig" und "interessant" ausschließen.

 

Der dritte große Fehler schlechter Bücher besteht in der Betrachtungsweise eines Sachverhalts. Unternehmen, die etwas herstellen, neigen stets dazu, ihre Produkte nicht unter Nutzengesichtspunkten darzustellen, sondern unter Herstellungsgesichtspunkten. Sie betrachten also den Wurm an der Angel immer nur aus der Sicht des Anglers und nie aus der Perspektive des Fisches.

 

Der Markt für Bücher folgt Gesetzmäßigkeiten, die nur für Bücher gelten, nicht für Zeitschriften und auch nicht für Fernsehen oder Rundfunk. Trotzdem werden diese spezifischen Gesetze regelmäßig missachtet, und das sogar von vermeintlichen Profis. Wenn Verlage die Kriterien für eine "Spiegel"-Reportage als Maßstab für den Erfolg eines Buches nehmen, also Aktualität zum wesentlichen Kriterium machen, dann dürfen sie sich nicht wundern, dass ein solches Buch schon wenige Wochen nach dem Erscheinen aus dem Bewusstsein der Leser verschwindet.

 

Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, wie man ein Buch erfolgreich macht, nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

 

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